Ein RAID ist kein Backup

Donnerstag, 13. August 2009, 17:32 by Stefan Dörhöfer Kommentar hinterlassen »

Immer wieder liest und hört man davon, dass ein RAID eine gute Methode der Datensicherung wäre. Diese Meinung wird oft und gerne in Internetforen aber teilweise auch in der verschiedenen Computer Zeitschriften verbreitet. Es klingt verführerisch: Statt sich mühsam um die Sicherung der einzelnen Daten zu kümmern schraubt man einfach eine zusätzliche Festplatte in den PC, richtet damit ein RAID ein und schon werden alle Daten doppelt gespeichert und sind somit sicher. Backup auf die bequeme Art…

Leider ist es nicht so einfach. Ein RAID ist kein Backup! Warum dies so ist soll im Folgenden genauer erklärt werden. Der Vollständigkeit halber aber erst eine kurzer Blick darauf was ein RAID überhaupt ist:

Was ist ein RAID

Der Name RAID steht für Redundant Array of Iinexpensive Disks, zu deutsch etwa “Redundante Anordnung kostengünstiger Festplatten“. Die Idee hierbei ist, dass mehre Festplatten zu einem einzelnen, logischen Laufwerk zusammen geschaltet werden. Hierdurch können die Daten redundant, also auf mehreren Festplatten gleichzeitig, gespeichert werden.

Es gibt zahlreiche Variationen wie der konkrete Aufbau eines RAIDs erfolgen kann. Die einfachste Variante ist das sogenannte RAID 1 wofür (mindestens) 2 Festplatten benötigt werden. Hierbei werden alle Daten auf beiden Festplatten gespeichert. Fällt eine Festplatte aus, sind die Daten immer noch auf der anderen Festplatte verfügbar. Durch ein RAID 1 mit zwei Festplatten ist man also vor dem Ausfall einer Festplatte geschützt.

Eine genaue Beschreibung der übrigen RAID Variationen ist für das weitere Verständnis an dieser Stelle nicht notwendig. Der Wikipedia Arikel zum Thema RAID gibt einen guten und umfangreichen Einblick in die Thematik.

Warum ein RAID kein Backup ist

Wie beschrieben dient die RAID Technik dazu Daten gleichzeitig auf mehreren Festplatten zu speichern und schützt somit vor dem Ausfall einzelne Festplatten. Man könnte nun denken, dass ein Backup nichts anderes tut. Kopiert man seine Daten manuell auf auf eine andere Festplatte macht man doch im Grund genau dass, was ein RAID auch tut, nur eben manuell statt automatisch… Diese Sicht der Dinge ist jedoch ein Trugschluss.

Betrachtet man das Vorgehen eines RAIDs genauer, stellt man fest, dass hier nicht nur einfach Daten kopiert werden. Vielmehr führt ein RAID jede Änderung an Daten auf jeder beteiligten Festplatte aus. Dies gilt für das Kopieren, Verschieben und Umbenennen genau wie für das Löschen von Daten. Werden also auf einem RAID Laufwerk versehentlich Daten gelöscht, werden die Daten automatisch auch auf allen anderen RAID Laufwerken gelöscht. Trotz RAID wären die Daten in diesem Fall verloren.

Ein RAID System kann als Backup betrachtet werden, bei dem jede Änderung der Originaldaten Daten automatisch auf die Sicherungskopie übertragen wird. Werden die Originaldaten beschädigt wird somit automatisch auch die Sicherung beschädigt. Dies ist natürlich nicht der Sinn eines Backups.

Durch ein RAID wird “nur” die Verfügbarkeit der Daten erhöht, aber nicht die Sicherheit der Daten.

Was kann ein Backup, was ein RAID nicht kann

Bei einem Backup wird die Sicherheit der Daten durch das Anlegen einer separaten, unabhängigen Kopie erhöht. Bei einem Verlust der Originaldaten kann man auf die Kopie zugreifen und die Daten somit wiederherstellen. Hierdurch hilft ein Backup auch in solchen Situationen in denen ein RAID System versagt:

  • Versehentliches Löschen von Dateien
  • Beschädigung von Dateien durch Hardwarefehler, Viren, etc.
  • Diebstahl/Verlust des Computers
  • Beschädigung des Computers durch Blitzschlag, Hochwasser, etc.
  • Hardwarefehler an RAID Controler

Fazit

Der Artikel soll zeigen, dass ein RAID nicht die Aufgaben einer Datensicherung übernehmen kann. Es geht nicht darum den Sinnes eines RAIDs generell in Frage zu stellen. Um sich vor Festplattenfehler und -ausfällen zu schützen ist ein RAID eine einfache und gute Möglichkeit die in jedem Fall genutzt werden sollte. Man darf von der Technik lediglich keine Lösungen für Probleme erwarten, für die Sie gar nicht gedacht ist. Leider ist der Irrglaube “RAID = Backup” jedoch weit verbreitet. Diesem konnte der Artikel vielleicht ein wenig entgegen wirken :-)

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39 comments

  1. Hatschej sagt:

    Das ‘I’ in RAID steht nicht für independent, sondern für inexpensive. Es werden für ein RAID in der Regel Platten einer untergeordneten (und somit weniger kostspieliegen) Qualitatsstufe verwendet (kleinere MTBF – mean time before failure, oder zu deutsch ‘mittlere Zeit bis zum Ausfall’), wobei billigend in Kauf genommen wird, dass auch mal ein Hardwarefehler auftreten kann. Das Konzept setzt darauf auf, dass ein sporadischer Austausch einer ‘billig’-Platte unter dem Strich weniger kostet, als der Einsatz von Top-Level-Hardware, deren Preis allerdings auch Top-Level ist.

  2. Es ist richtig, dass für das ‘I’ in RAID keine 100% eindeutige Festlegung gibt. Heute kostet Speicherplatz quasi nichts mehr und jeder Heimanwender kann es sich leisten mehrere günstige Platten zu einem RAID zusammen zufügen. Daher wird das ‘I’ heute auch häufig von inexpensive=günstig abgeleitet.

    In der Zeit in der RAID entwickelt wurde waren die Festplatten noch klein und Speicherplatz somit teuer. Damals wurde RAID nur in Rechenzentren eingesetzt wo es auf die Verfügbarkeit der Daten und weniger auf die Kosten ankam. In dieser Zeit wäre niemand auf die Idee gekommen von günstigem Speicherplatz zu sprechen.

    <besserwisserei> Das ‘B’ in MTBF steht soweit ich weiß nicht für ‘before’ sondern für ‘between’. Aber das ist eigentlich auch egal weil das Ergebnis an dieser Stelle das gleiche beliebt</besserwisserei>

  3. Bernhard Schauer sagt:

    Das “I” in RAID steht/stand ursprünglich für inexpensive. Selbst in den Zeiten als Speicher noch teuer war, waren die Unterschiede von billigen zu teuren Fesplatten enorm. Nachzulesen (inkl. der Speicherpreise) in einem Paper aus dem Jahre 88: http://portal.acm.org/citation.cfm?id=50214
    Details der Beweggründe stehen im Abstract und dies ist IMO verfügbar.

  4. Ok, ich da war ich wohl wirklich falsch informiert. Das “I” in RAID steht/stand ursprünglich für inexpensive. Heute wird es auch häufig mit independent angegeben. Ich habe den Artikel entsprechend angepasst. An der Kernaussage des Artikels, dass ein RAID keine Backuptechnik darstellt, ändert dies aber nichts :-)

  5. Lukas sagt:

    Hallo,
    ich bin durch Wikipedia auf deinen Artikel aufmerksam geworden. Auch ich versuche immer wieder leute davon zu überzeugen, dass ein Raid ein normales Backup z.b. über eine externe Festplatte NICHT ersetzt. Der Artikel bescheibt gut warum das nicht der Fall ist. Beim Backup über eine externe Festplatte ist nur das hauptproblem die Faulheit oder das man nicht oft genug daran denkt, denn wenn einmal etwas passiert, ist das letzte Backup meist lange her :)

  6. Dave sagt:

    Hi,
    sry, ich glaube ja nicht, dass ich wirklich Ahnung habe. Aber ist es bei einem RAID-1 z.B. nicht denkbar nach Feierabend eine der beiden Festplatten mit nach Hause zu nehmen oder sie in einen Tresor zu tun? Oder praktischer gesehen, ich baue nur am Wochenende zur Spiegelung die zweite HD ein.
    Das RAID, wie hier dargetellt, fälschlicherweise als BackUp-Technik verstanden wird, erkläre ich mir dadurch, dass die Begriffe Datensicherheit und BackUp gleichgesetzt werden, nicht so unmittelbar RAID != BackUp, wie am Ende des Artikels.
    Meine Meinung.

  7. Solange die Platte im RAID ist werden auf diese alle Änderungen übertragen. Also auch Löschungen, Viren, etc. Es handelt sich also nicht um ein Backup. Wird die Platte aus dem RAID entfernt hat man eine Kopie des aktuellen Datenbestandes der nicht mehr verändert werden kann (Platte ist ja nicht angeschlossen). Das ist natürlich ein Backup.

    Durch die Entfernung der Platte hat man aber auch kein RAID mehr (wenn dieses zuvor aus zwei Platten bestand). Man hat das RAID also nur als ziemlich umständliche Lösung gewählt um den Inhalt einer Festplatte zu duplizieren. Sinnvoll ist das sicherlich nicht.

  8. Dave sagt:

    Nun, ich verstehe nicht, wieso das nicht sinnvoll sein sollte. Und besonderst die Anmerkung, die Daten könnten nicht verändert werden, weil die Platte nicht angeschlossen ist. Dieser Gedanke ist doch auch kaum zu Ende geführt. Kann der Chef sie nicht zu Hause in sein baugleiches NAS tun, wenn er sie mitnimmt um sie da beispielsweise nochmal zu spiegeln oder nach Belieben die angelegten Daten von Mitarbeiter kontrollieren um zu sehen, was sie geleistet haben?
    Also mir geht es darum, die Platte ist, sagen wir von 8-17 Uhr werktags, im NAS in einer kleinen Firma mit unter 10 Mitarbeitern. Es wird gearbeitet. Große Mengen Daten wandern über das Netzwerk und der Traffic konzentriert sich am NAS, wo die Daten aller Arbeitsplätze abgelegt werden. Die Hauptfunktion des RAID im NAS ist dabei, die Daten zu spiegeln, auf mehreren Festplatten zu speichern. Dabei können während der normalen Arbeitszeit die Vorteile des RAID ausgenutzt werden, z. B. der schnelle Zugriff auf Daten. Nach Feierabend oder am Wochenende ist im LAN doch tote Hose. Der ein oder andere Mitarbeiter greift höchstens mal über das Internet von zu Hause aus zu. Die Zeit arbeitet das NAS mit einer Festplatte weniger. Diese wurde als BackUp in den Tresor gepackt, bzw. vom Chef zur sicheren Aufbewahrung mit nach Hause genommen. Man weiß ja nicht, ob die Nacht jemand in die Firma einbricht, alle Rechner und den NAS ausräumt oder womöglich ein Brand alles zu Nichte macht.
    Wenn du mir erzählen willst, dies sei eine umständliche Lösung, die Festplatte zu duplizieren. Dann sag doch, was ist umständlicher, einen NAS einzurichten mit dem man, wie ich beschrieben habe, umgehen könnte, oder das einzige, was mir adäquat dazu einfiele, sich mit einer externen Festplatte hinzusetzen und das BackUp manuell oder mit einer Software anzulegen?
    Keine Ahnung, sagte ich, habe ich, weil ich mir nicht sicher bin, ob man denn bei laufendem Betrieb eine Festplatte aus dem RAID entfernen kann. Ich meine, ich habe von der Möglichkeit mal gehört in Verbindung mit großen Datenbanken, wo rund um die Uhr Zugriffe bestehen. Der NAS müsste dann automatisch den Betrieb auf eine Festplatte weniger umstellen. Da dient der RAID somit auch als wichtige Komponente zum BackUp.

  9. Ich verstehe leider nicht genau was dein Ziel ist. Das eine Festplatte die aus einem RAID 1 entfernt wird quasi ein Backup darstellt habe ich bereits bestätigt. Wovon genau willst du mich (oder dich?) also überzeugen?

    Die Aussage, dass ein RAID kein Backup ist bleibt unverändert bestehen. Die Gründe dafür wurden im Artikel und den Kommentaren ja ausreichend beschrieben. Dass man die Platten des RAIDs auch außerhalb dessen verwenden kann und damit quasi ein Backup erhält ändert dran nichts.

    Die Technik um eine Platte aus einem laufenden System zu entfernen oder hinzuzufügen nennt sich übrigens Hot-Swapping und wird von neueren RAID Controlern unterstützt.

  10. Dave sagt:

    Ja, mir gefiel nur deine Antwort nicht. (…gekürzt…) Zu der starken Differenzierung der Begriffe RAID und Backup fehlt mir vielleicht, dass du sie wieder zusammenführst. (…gekürzt…)

  11. Ich habe deinen Kommentar ein wenig gekürzt und hoffe du nimmst mir das nicht übel. Hier geht es aber nicht darum zu erörtern wie man ein RAID vielleicht doch irgendwie als Backup nutzen kann.

    Es ist ein Problem, dass viele Nutzer ein RAID einrichten und dann davon ausgehen perfekt geschützt zu sein. Der Gedanke dabei ist “Jetzt habe ich alle meine Daten doppelt und somit ist alles in Sicherheit”. Dies ist ein gefährlicher Trugschluss vor dem dieser Artikel warnt. Daher bleibt es bei der Aussage “Ein RAID ist kein Backup“.

    Die Begriffe RAID und Backup werden also ganz bewusst nicht wieder zusammengeführt. Einfach weil es zwei verschiedene Themen/Aufgaben/Begriff sind.

    Ein Rasenmäher lässt sich auch als Küchenmixer verwenden. Trotzem macht es wenig Sinn darüber zu schreiben und darüber zu diskutieren…

  12. chorn sagt:

    Aus der letzten Liste wird ziemlich schnell klar, welche Fälle ein Backup abdecken soll (oder sollte, je nach Anforderung und Konstenpunkt) – und was ein RAID eben nicht leisten kann.

  13. panga sagt:

    a) Der folgende Satz des Artikels ist mir unverständlich: “Die Idee hierbei ist, dass statt mehre Festplatten zu einem einzelnen, logischen Laufwerk zusammen geschaltet werden.”

    b) Die Liste im Artikelbereich “Was kann ein Backup, was ein RAID nicht kann” gilt überwiegend nur für den Fall, dass das Backup auf einem externen Datenträger erstellt wird!
    Tipp: Externen Datenträger für Backups an einem anderen Ort aufbewahren als die Quelldateien (als Schutz vor Blitz-, Feuer- und Wasserschäden und als Schutz vor Diebstahl).

  14. Hallo Panga,

    zu a) Hier war ein “statt” zu viel. Der Satz lautet richtig “Die Idee hierbei ist, dass mehre Festplatten zu einem einzelnen, logischen Laufwerk zusammen geschaltet werden.” Vielen Dank für den Hinweis!

    zu b) Das ist richtig. Es gibt natürlich verschiedene Möglichkeiten ein Backup zu gestalten. Wenn ich von einer Datei einfach nur eine Kopie im gleichen Ordner anlegen schützt mich das weder vor Diebstahl, Hardwarefehlern oder Viren. Richtig eingesetzt bietet ein Backup aber die genannten Vorteile.

  15. Jola sagt:

    Ich versteh das immer noch nicht, wieso ein NAS nicht auch ein Backup sein kann. Mal angenommen, ich lasse in meinem 2-Platten-RAID die eine Platte als Time-Machine-Backup-Platte nutzen. Dann hätte ich auf dieser ein ordentliches Backup, wodurch ich auch versehentliches Löschen usw. wieder rückgängig machen lassen kann. Durch das RAID wird diese Platte dazu immer noch gespiegelt, was die Verfügbarkeit des Backups erhöht. In diesem Fall wäre das RAID ein gutes Backup, oder? Ein Backup meines Rechners, das zudem noch durch die Dopplung sicherer gemacht wird. Oder hab ich einen Denkfehler?

  16. Um ein Backup seiner Daten zu haben muss man eine unabhängige Kopie von diesen erstellen. Wie der Artikel erklärt ist ein RAID ist eben keine solche unabhängige Kopie. Wenn man die Daten aber nun auf einen zweiten Rechner kopiert ist das natürlich ein Backup ganz egal ob dieser ein RAID einsetzt oder nicht. Die Kopie der Daten von einem RAID auf ein anderes ist also ein Backup. Ein einzelnes RAID stellt aber kein Backup dar.

  17. panski sagt:

    wenn ein raid kein backup ist… was ist es dann? warum sollte man also bitte geld ausgeben? wenn es null vorteile bringt?

  18. Selbstverständlich bringt ein RAID Vorteile: Wie im Artikel beschrieben erhöht ein RAID zwar nicht die Sicherheit der Daten, sehr wohl aber deren Verfügbarkeit. Fällt in einem RAID eine Festplatte aus sind die Daten dennoch weiterhin verfügbar und können auch weiter genutzt werden. Es kann also ohne Zeitverlust weitergearbeitet werden. Man erhält also die Gelegenheit die defekte Platte auszutauschen und das RAID wieder voll funktionsfähig zu machen während man gleichzeitig mit den Daten weiterarbeiten kann. Dies ist natürlich in erster Linie für hochverfügbare Systeme sinnvoll wie z.B. Internetserver. Aber auch im privaten Bereich oder im SOHO ist dies sehr interessant. Dies gilt umso mehr, da die Kosten für ein RAID nicht sonderlich hoch sind.

  19. twix sagt:

    Wenn ich mir ueberlege, was fuer ein “Aufwand” fuer ein Backup heutiger Platten nötig ist, ueberlege ich mir, meine MP3/Videos auf ein RAID-NAS zu legen un dieses als ReadONLY zu konfigurieren… hab da ca. 20TB vom satelliten aufgezeichnet. Sind aktuell 30 USB Platten… Die müssten ja quasi regelmässig geprueft werden. Auf ein RAID “ausgelagert” würde dieses doch quasi das checken der Platten übernehmen. NB: RAID ist als READ-ONLY konfiguriert.

    my 0.02$

  20. Es spricht natürlich absolut nichts dagegen die Videos und MP3s auf dem NAS zu speichern. Dabei den RAID Controller des NAS zu nutzen um die Platten und die Inhalte auf Fehler zu überwachen ist auch kein Problem. Wenn ich das richtig verstanden habe soll das NAS aber der einzige Speicher für die Daten sein, oder sind diese noch irgendwo anders gespeichert? Liegen die Daten nur auf dem NAS ist das Ganze natürlich KEIN Backup.

  21. Pelle sagt:

    Tja Stefan, ich spüre so langsam einen etwas ungeduldigen Nachdruck in deinen Aussagen, kann dich dabei aber bestens verstehen! ;-)
    Auch ich hab’ mir grad vor dem Durchlesen dieses Artikel ein paar Gedanken über meine zukünftige Speichertopologie gemacht und wollte von meiner bisherigen linearen Backup-Lösung auf ein Raid-NAS umstellen.
    Ganz herzlichen Dank für diesen Bericht. Damit hast du mir die Augen geöffnet und ich werde mich mit dem ganzen Thema noch ein wenig länger auseinandersetzen.
    Du hast natürlich absolut recht! Und alle Versuche, ein NAS zu einem Backup-Tool zu verbiegen, scheitern am gewaltigen Mehraufwand. NAS ist ok für den beschriebenen Gebrauch, sollte dennoch aber mit einer externen(!) Backup-Lösung kombiniert werden.
    Als geschwindigkeitsliebender Förster kann ich ja meinen Ferrari auch etwas “höher legen” und für meine Gerätschaften einen Gepäckträger aufs Dach schnallen. Aber Sinn macht halt doch mehr, mir neben meinem Strassenflitzer, für den Job noch einen Subaru zuzulegen.
    (Bin übrigens weder Förster noch Sportwagenfahrer) ;-)

  22. Vielen Dank für deinen Beitrag, Pelle. Hier wird ja doch häufiger von NAS Systemen gesprochen, daher möchte ich dazu auch noch etwas sagen:

    Wie der Name schon sagt (NAS = Network Attached Storage) ist ein NAS einfach ein Speicher, der über das Netzwerk angeschlossen und erreichbar ist. Natürlich bieten die aller meisten NAS Systeme auf dem Markt Serverfunktionen (Fileserver, etc.) an und fast immer kommen dabei auch RAIDs zum Einsatz. Vom Grundprinzip her geht es aber einfach nur um Speicher im Netzwerk. Ob es sich dabei nun um einen Rechner mit einem RAID, eine einzelne Festplatte oder sonst irgendeine Form der Datenspeicherung geht ist hierfür absolut egal.

    Für die Frage ob irgendeine Form der Datenspeicherung ein Backup darstellt ist es unwichtig, wie die Daten gespeichert werden. Man kann sich den Datenspeicher einfach als schwarze Kiste vorstellen, die die Daten irgendwie speichert. Was darin passiert ist egal. Es geht also nicht darum, ob in der Kiste ein RAID arbeitet, nur eine Platte steckt oder ob darin ein Affe sitzt der alle Daten in Stein meißelt.

    Das einzige was zählt ist die Antwort auf die Frage: Habe ich eine unabhängige Kopie der Originaldaten? Wenn Ja, dann habe ich ein Backup. Wenn Nein, dann habe ich kein Backup. So einfach ist das :-)

    Ist mein NAS also der einzige Ort an dem meine Daten speichern? Dann kann in dem NAS noch so viel RAID Technik stecken und ich habe trotzdem kein Backup. Speichere ich die Daten auf zwei verschiedenen NAS Systemen? Dann habe ich natürlich ein Backup, auch wenn die NAS Systeme mit RAIDs arbeiten…

  23. Dad sagt:

    Hallo Hr. Dürhöfer,

    ich habe mit Interesse Ihre Abhandlung gelesen und bei genauer Betrachtung haben Sie durchaus recht. Sie werden aber noch viel Überzeugungsarbeit leisten müssen. In meinem TK-Studium behandeln wir z.Zt. das Thema Datensicherheit und von dem Dozent wird dies als eine Möglichkeit der permanenten und schnellen Datensicherung dargestellt, was zu einiger Diskussion führte, da nur eine Sicherheit gegen ein Hardwareausfall gegeben ist. Auch in mehreren Quellen wird RAID als ein Sofortbackup angesehen. Selbst bei Wiki “Datensicherung/Echzeitanwendungen/Raid” heißt es: Eine weitere Datensicherungsmöglichkeit ist ein Festplattenverbund in Form eines Split-Mirror-RAIDs. Dies ist eine besondere Art des RAID 1, bei dem eine Festplatte aus einem Verbund gespiegelter Platten im laufenden Betrieb entfernt wird, um diese an einem gesonderten Ort zu lagern. Der Vorteil hierbei ist die sehr kurze Zeit, die ein solches Backup benötigt.”

    mfG

  24. Uwe Röder sagt:

    Hi Stefan,
    recht herzlichen Dank für diesen Blog.
    Sehr aufschlußreich und sehr angenehm zu lesen.
    Da gibts auch nicht zu überdenken, einfach Festplatten kaufen und sichern.
    Danke
    Uwe

  25. wopad sagt:

    Nach einem kleinen scareware schock den ich am wochendende bekam und meine daten lediglich versteckt anstatt vom programm gelöschtwurden, werde ich nun auch besser sichern…

  26. Suit sagt:

    Ich muss nochmal an die ersten Kommentare zu MTBF anküpfen:

    MTBF ist die mean time between (two) failures und das ist etwas signfikant anders als die MTTF (mean time to failure).

  27. crisch sagt:

    hallo Hr. Däd

    wenn Sie nicht mal (Namen) korrekt lesen können, dann steht es schlecht um Ihre Aufnahmefähigkeit

    MFg

  28. Frank sagt:

    Zur Diskussion RAID/BACKUP nur meine persönliche Anmerkung: Ich meine, dass man eine erhöhte Datensicherheit durch Kombination eines RAID1-Laufwerks mit regelmäßigen Backups auf weiteren, unabhängigen Datenträgern erzielt und dass das RAID1 dabei durchaus seinen Sinn hat. Wenn ich z.B. bei Audioaufnahmen im Tonstudio auf ein RAID 1-Laufwerk schreibe, sind die Daten gegen einen Ausfall eines (!) Datenträgers während der Audioaufnahme geschützt, weil alle Daten gleichzeitig auf beide gespiegelten Platten geschrieben werden. Ein Backup hilft hierbei nicht, weil es nur zu bestimmten Zeitpunkten (einmal täglich o.ä.) erstellt wird. Dennoch sollte man nach Abschluss der Audioaufnahmen ein Backup auf einem unabhängigen Datenträger anfertigen, um z. B. bei einer fehlerhaften Bearbeitung oder Löschung der Audiodaten diese wieder herstellen zu können. Hierbei würde mich wiederum ein RAID1-Laufwerk nicht schützen (wie ja zutreffend angemerkt wurde), weil auch etwaige Bearbeitungsfehler oder Löschungen zeitgleich auf die gespiegelte Platte geschrieben würden. Also hilft nur die Kombination beider “Datensicherungen”.

  29. Das ein RAID einen Sinn hat wird ja gar nicht in Frage gestellt. Ein RAID ist absolut sinnvoll. Der Artikel will nur deutlich machen, dass ein RAID kein Backup ersetzten kann.

  30. Frank sagt:

    Der Kommentator panski hatte durchaus die Sinnfrage gestellt. Vielleicht hat sich ja noch anderen Lesern diese Frage gestellt. Daher habe ich versucht, diesen Sinn mit meiner kleinen Geschichte zu erläutern. Dass der Autor des Artikels den Sinn eines RAIDs nicht infrage gestellt hat, habe ich schon verstanden.

  31. Andre sagt:

    Vielen Dank für die Erläuterung! Der Artikel ist sehr hilfreich, gerade wenn man sich in die Materie einliest… Also kurz festgehalten: RAID = Datenverfügbarkeit und BackUp = Datensicherheit.

    Ich möchte ein NAS-System mir in naher Zukunft zulegen und da sind solche Überlegungen natürlich wichtig und rauben mir viel Zeit (da kommt wirklich der Artikel zugute). Und als ich den Artikel gelesen habe, kam mir der Gedanke, ob folgendes sinnvoll ist:

    RAID als großes Volume (mit mehreren logisch verbundenen Festplatten; verzeihen Sie die Begrifflichkeiten, die falsch sein könnten), welches die Daten redundant verfügbar macht, dient als Speicherort für ein BackUp. D.h. eine Kombination aus Datenverfügbarkeit und Datensicherheit. Sinnvoll oder Schwachsinn?

  32. Das ist absolut richtig :-)

  33. Der ungeschützte User sagt:

    Hallo an Alle!
    Dieser gesamte Blog liest sich sehr interessant für einen Autodidakten …….
    Leider hatte ich in den letzten 24 Monaten schon zwei Ausfälle der Festplatte im Rechner meines angelgeschäftes.
    Nach kostspieligen Rettungen und wiederherstellungen der Daten bin ich zu Raid gekommen als Backup gegen lästige Hardwareprobleme.
    Als Fazit kurz gesagt, RAID kombiniert mit einer externen Festplatte als allabendliche Datensicherung sind dann wohl doch nahe am Optimum.
    LG
    jürgen

  34. Christine sagt:

    Es wäre hilfreich zu wissen, wann genau bei RAID 1 die Daten auf die zweite Festplatte geschrieben werden.
    Angenommen es wird eine Änderung im Dateisystem gemacht. Wann kann ich damit rechnen, dass diese Änderung auch auf der zweiten Festplatte ist?